Warum
quäle ich mich so? Warum füge ich mir Schmerzen zu?
Zunächst
hier eine Definition von Borderline
Die
Borderline-Störungen gehören
zu der diagnostischen Gruppe der Persönlichkeitsstörungen.
Ihr Name beruht auf der Annahme, sie entstehe aus einer Kombination
von Psychose und Neurose. Heute wird sie aber größtenteils
den Persönlichkeitsstörungen zugeordnet.
Kern
der Borderline-Störung
bilden eine fortgesetzte Instabilität
in sozialen Beziehungen und bei der emotionalen Reaktion auf Anforderungen.
Daraus entwickeln sich hauptsächlich folgende Merkmale: Ein
Muster intensiver Abfolge von häufig wechselnden sozialen
Beziehungen, der Neigung zu selbstgefährdendem Verhalten
oder starken Gefühlsausbrüchen. Eine große emotionale
Instabilität, mit häufigen und teilweise extremen Stimmungsschwankungen.
Selbstschädigendes Verhalten in verschiedenen Ausprägungsformen
und- arten, etwa Selbstverletzungen, Drogen- oder Alkoholmissbrauch,
Ess-Störungen etc. häufiger Gedanke an Suizid (Selbstmord).
Angst vorm Alleinsein und ständiges Gefühl der Leere
und Langeweile.
Welches
Schicksal haben die betroffenen Menschen?
Die Borderline-Störung ist eine Erkrankung
des jungen Erwachsenen und bleibt nur selten bis ins hohe Alter
bestehen. Die Gefährdung und die Einschränkung der Lebensqualität
ist jedoch lange Jahre enorm. Vielen gelingt die Gründung
einer eigenen Familie und eine angemessene berufliche Entwicklung
nicht. Etwa 10 Prozent der Betroffenen sterben an den Folgen der
Erkrankung.
Ursache
der Borderline - Störung
Alle
Situationen, die von Borderlinern eine Entscheidung verlangen,
können die Aggressionen akut ausbrechen lassen, die sie gegen
sich selbst und andere richten. Schwere seelische Verletzungen
sind die Ursache einer Borderline-Störung. Beispielsweise
kann Vernachlässigung, Ständige Ausnutzung, Gewalttätigkeit,
seelischer Mißbrauch oder Vergewaltigung Menschen in eine
hilflose Ohnmacht stürzen. Das wiederholte oder andauernde
Gefühl, einer überstarken Macht ausgeliefert zu sein,
kann schon ganz früh im Leben (der präödiphalen
Phase) den Aufbau eines gesunden Selbstbewußtseins verhindern.
Durch Wiederholungszwang bringen sich Borderliner unbewußt
immer wieder in Situationen, in denen sie sich schädigen
oder andere ihnen neues Leid antun. Wer im Leben nicht erfahren
konnte, dass er eigene Werte und Stärken hat, kann dazu neigen,
sich unbewußt nur dann wirklich lebendig zu fühlen,
wenn er gedemütigt, beschädigt und unterworfen wird.
Die
Defizite finden ihren Ursprung meist in der präödiphalen
Phase: Das es sich bei den Symptomen der
Borderline-Störung um ein zusammenhängendes Krankeitsbild
handelt, dem Borderline-Syndrom, ist in Psychatrien und unter
den Psychologen und Therapeuten nicht immer die Meinung der Mehrheit.
Eine psychatrische Schule, die sehr stark psychoanalytisch orientiert
ist, die "Dynamische Psychatrie" vertritt die Auffassung,
dass neurotische und psychotische Erkrankungen, genauso wie psychosomatische
Krankheiten und Süchte nicht streng von einander abgrenzbar
sind. Vielmehr würden sich die Borderliner auf einem "gleitenden
Spektrum" psychischer Störungen befinden. Die Defizite
der Borderline-Störung sollen ausschließlich in der
präödiphalen Phase liegen, also vor dem dritten Lebensjahr.
Ist die Gruppendynamik in der Familie in dieser frühen Kindheit
gestört, entwickelt das Kind ein "Loch im Ich",
ein Ungleichgewicht der "primären Humanfunktionen"
wie Aggression, Narzissmus, Angst, Ich- Abgrenzung, Sexualität
und Kreativität.
Eigentlich
hatte ich es erst die letzten paar Jahre bemerkt was mit mir los
ist, indem ich es im Außen betrachten durfte. Dann wurde
mir klar dass ich fast mein gesamtes Leben so gelebt habe um etwas
damit zu bezwecken. Was ich damit meine, könnt ihr gleich
erfahren:
Nun
mein Verhalten ist sicherlich keine Absicht von mir sondern ein
Muster, das unüberwindbar scheint, und noch mehr, es zu durchschauen.
Wenn ich es dann durchschaue, dann frage ich mich, wo bin ich?
Was bleibt dann noch wenn dies der selbst zerstörerische
Weg ist, wo bin ich unter all dem Schotter, von Trauer, Hass,
Wut und vielleicht auch Liebe.
Nun
warum quäle ich mich so? Bin ein Kind gewesen was verstärkt
die Aufmerksamkeit der Mutter wollte. Einen Vater hatte ich auch
nicht richtig. Weil mein Stiefvater angeblich Jungen hasste, musste
ich drunter leiden. Wenn ich spielte trat er mich oft ohne Grund
und wenn ich mal was anstellte dann gab es richtig krasse Prügel.
Da waren auch dann schon die ersten Ansätze von Borderline-Persönlichkeitsstörungen
bei mir zu bemerken. Ich rief unter Tränen dann immer, schlag
doch, schlag doch, es tut nicht weh, es tut nicht weh, du Schwein.
Er schlug dann auch auf meinen nackten Hintern weiter bis ich
nicht mehr konnte, zusammenbrach und nicht mehr sitzen konnte.
Ich hatte sehr lange geweint, ich kann mich noch genau daran erinnern
das da etwas in mir zerbrach.
Eigentlich
wollte ich nur Liebe und Aufmerksamkeit aber ich konnte anstellen
was ich wollte, ich bekam sie nur wenn ich etwas Schlimmes anstellte.
So holte ich mir auf diese Weise die Aufmerksamkeit von meiner
Mutter, die natürlich völlig mit mir überfordert
gewesen war. Ich glaube zu den damaligen Zeitpunkt gab es den
Begriff ADS oder Hyperaktivität noch gar nicht. Meine Mutter
sagte oft zu mir: "ach, hätte ich dich doch nicht geboren!"
Meine
Schwester war etwas besonderes. Sie spielte Orgel, tanzte Ballett
- nun, und ich spielte "nur" Fußball. Auch unter
meinen Gleichaltrigen war ich ein Außenseiter. Wollte immer
der Stärkste der Beste sein. Ich sollte häufig verprügelt
werden, aber meistens drehte ich den Spieß um und ich wurde
zum Tier, habe mich dann so doll wieder geprügelt, dass dann
gleich Krankenwagen oder Polizei kam und das als Kind. Nein ins
Heim bin ich nicht gekommen.
Meine
Borderline-Symptomatik machte sich als Kind schon beim Fußballspielen
bemerkbar. Ich spielte solange bis ich erschöpft zusammenbrach.
Meine Knie waren oft blutig und offen gescheuert. Ich fasste auch
gerne an einen Stromzaun an den Weiden, das machte ich solange
das ich noch stunden danach Schmerzen und Zittern in den Armen
hatte. Damals als Kind dachte ich natürlich, super wie stark
ich bin. Alles diente mir immer dazu, dass jemand auf mich aufmerksam
wurde, mich endlich lieb haben sollte. Aber es half anscheinend
nicht. Die Fronten der Erwachsenen verhärteten sich sogar
und ich wurde als das schwer erziehbare Kind bezeichnet: Verhaltensgestört!
Damals konnte ich damit nicht viel mit anfangen, schaute nur blöde
wen man mir das erzählte. Auch meine Mutter sah sich diesem
Ausdruck gegenüber ratlos.
Um
ein wenig ruhiger zu werden, ging ich früh als Kind zum autogenen
Training, was mir sehr gefiel. Ich merkte da schon, dass ich mich
irgendwie gut mit meinen Höheren Selbst verbinden konnte.
Nur damals hatte ich es als ein Wunder bezeichnet - als einen
großen Frieden - wo Liebe und Harmonie war.
Als Kind wenn ich alleine auf der Toilette war, habe ich mich
oft selbst geohrfeigt, oder meine Daumen waren schon damals immer
blutig geknibbelt. Manchmal wenn ich traurig war, dann schlug
ich meinen Kopf einfach gegen die Kacheln. Ich ging in den Keller
sperrte mich selbst ein und man musste mich suchen. Keiner konnte
was damit anfangen
keiner - auch ich nicht.
An
meinen Schulen fiel ich dadurch auf, dass ich besonders in sportlichen
Fächern sehr gute Leistungen vollbrachte. Ich war sogar oft
Schulbester, lief am schnellsten, warf am weitesten, sprang am
weitesten und hatte die stärksten Muskeln. So sollte es auch
bleiben, jeder "Neue" der auf der Schule kam wurde erst
einmal getestet ob er mir das Wasser reichen konnte. Mit 14 Jahren
schaute ich bei den Gewichthebern rein und fing heimlich in einer
alten Turnhalle an zu trainieren. Die Gewichtheber waren begeistert
von mir und so trainierte ich heimlich, immer und immer wieder.
Ich weiß noch genau, wie ich vor Muskelschmerzen kaum gehen
konnte. Oft waren auch die Gelenke und die Wirbelsäule in
Mitleidenschaft gezogen worden. Ich liebte diese Qual, denn ich
bekam dadurch die Anerkennung der Gewichtheber. Mit 16 Jahren
stand ich in der Hagener Zeitung als der absolute Top und Modellathlet
als besonders Talentierter Nachwuchs.
Langsam
trug meine Selbstkasteiung auch Früchte. Nun hatten die Leute
auch langsam Angst vor mir - auch wegen meinem kräftigen
Äußeren und in der Schule war ich dadurch natürlich
körperlich jedem überlegen. Natürlich hatte keiner
etwas von meinen Schmerzen gewusst, dich in den Hüften, in
der Wirbelsäule und natürlich in den Muskeln hatte.
Heute weiß ich, dass ich natürlich zu früh und
zu hart trainiert hatte. Das war der Preis dafür, dass ich
als Kind so naiv alles machte, um
geliebt zu werden.
Die
Liebe meiner Mutter konnte ich durch sportliche Höchstleistungen
nicht bekommen. Keine Chance hatte ich gegen das grazile Schwesterchen.
Ich war immer nur der Bolzer, der Grobmotoriker, der alles Kaputtmacher,
der immer am schmutzigsten nach Hause kam. Meine Bemühungen,
die Liebe meiner Mutter zu bekommen, waren aussichtslos. So wurde
ich hart gegen mich selbst. Einmal brach ich mir das Bein bei
einen Moped-Unfall, meine Mutter kam besorgt zum Krankenhaus und
ich schmiss sie raus, ich konnte sie nicht ertragen, ich war in
diesem Augenblick so sehr verbittert und kalt.
Nun
ich war viel auf der Strasse, hab viel Sport gemacht. Ich war
auch so was wie der Held von der Strasse, den man von weitem am
liebsten bewunderte. Einige Freunde bekamen von ihren Eltern verboten
mit mir zu spielen, weil ich zu einseitig und extrem sei. Das
tat natürlich auch meiner Kinderseele wieder sehr weh. Ich
habe weggesteckt bis zu Abwinken.
So
ging ich dann eines Tages zum Body-Building. Das war auch noch
mit 16 Jahren, weil meine Muskulatur so gut auf das Training ansprang.
Ich trainierte vier bis sechsmal die Woche und manchmal auch morgens
und abends. Die Bestätigung von außen wuchs, und so
ließ ich mich auch noch dazu überreden, anabole Steroide
zu nehmen. Ich wurde für die damaligen Verhältnisse
Gigantisch!
Mein
Herz blieb zu klein, schaffte diesen massiven Körper nicht
mehr zu versorgen. Ich kam ins Krankenhaus und es war aus. Dieses
kleine Herz hat nicht mehr geschafft den Dirk zu versorgen. Ein
Sinnbild, denn ich schrie ja schon förmlich nach Liebe und
ich bekam sie nicht. Das Außen oder Gott hatte mir dann
gezeigt was los ist. Ich verstand es aber nicht, was mir gezeigt
wurde. Auch bei diesem Krankenhausaufenthalt bekam ich wenig Besuch.
Meine Mutter wagte es kaum noch. Außer ein bestimmter Body-Builder,
wo ich dachte er sei mein Freund.
Dieser
hatte mich mit einer Welt in Berührung gebracht wo ich mir
zu dem damaligen Zeitpunkt noch keine Gedanken machte. Er fragte
mich ganz einfach nur: "ob ich mir nicht mal überlegt
hätte dass es noch mehr hinter all dem gibt, was man sieht"
Ich war begeistert. ich lieh mir Bücher aus über Parapsychologie
usw. So haben wir viele Jahre intensiv zusammen verbracht, ständig
probierten wir neue Energiezustände aus. Dieser Freund hatte
einen hypnotischen Einfuß auf mich, ich liebte ihn wie ein
Vater.
Wir
waren oft zusammen und gingen durch die Stadt. Er sagte: "warte
mal!", und war dann plötzlich einfach weg und ist nicht
wieder gekommen. Dies machte er sehr häufig. Ich blieb zurück
und es machte sich dann immer wieder eine gähnende und trostlose
Leere in mir breit. Ich dachte dann immer "wo ist meine Energie
geblieben". Manchmal gingen wir auch einen trinken. Ich bemerkte
es nicht, das dieser "Freund" mir Psychopharmaka ins
Bierglas tat. Dann war ich häufig so breit, dass ich oft
ziellos durch die Strassen lief oder einmal sogar überfallen
wurde - und man mich um meinen ganzen Arbeitslohn brachte, den
ich bei gehabt hatte. Einmal pinkelte er mich auf offener Strasse
vor allen Leuten sogar an. Dennoch hatte ich nicht gemerkt was
mit mir gemacht wurde - nein - ich lachte sogar noch. Ich hatte
wohl gar kein Selbstwert mehr. Ich hatte es nicht anders verdient,
so dachte ich, und so einen Freund wohl auch.
Ich war und bin es vielleicht auch heute noch, immer ein Extrem!
Alles was ich tat habe ich immer bis zur Höchstleistung gebracht.
Ob es Sport war, ob es meine öffentlichen Reden waren, ob
es meine Freundschaften, meine Beziehungen zu Frauen waren alles
zeichnet eins immer aus, extrem sein.
Ausgenommen meine fast 17 Jahre Rohkost, diese ist bis jetzt bis
auf die erste Umstellungszeit eine wunderbar gleich bleibende
erfreuliche Erfahrung. Ausgenommen auch meine geistig spirituelle
Erfahrung, durch Reiki, durch Aufarbeitung und durch Familienstellen
usw. Dadurch kam und komme ich mehr und mehr in meine Mitte.
Ich
hatte selten auf mich geachtet, ob es mir gut geht, ob ich mich
wohl fühle, ob ich es schön sauber habe, ob ich es mir
gemütlich mache. Ich denke oft ich habe es anders nicht verdient.
Das
sah dann konkret so aus, dass ich in meiner Wohnung hauptsächlich
schlief, ohne mich mehr als das allernötigste um den Haushalt
zu kümmern, oder um ein schönes Ambiente. Ich mochte
es nicht, wenn meine Partnerinnen aufräumten, die Wohnung
schön gestalten wollten - und schon gar nicht, wenn sie dabei
gelegentlich meine Mithilfe wollten. Oder ich mauerte plötzlich
sogar bei Dingen, die ich eigentlich alleine sehr gerne machte,
wenn meine Partnerinnen plötzlich mitmachen wollten, oder
sich auch allein mit dem selben Thema beschäftigten. So war
ich in meinem Privatleben aber nicht immer. Sondern durch ein
einschneidendes Erlebnis innerhalb der Ehe hatte sich das schlagartig
geändert, was sich auch bei meiner späteren Beziehung
weiter fortsetzte.
Meine
letzte Partnerin, hatte mir sehr geholfen darauf zu schauen. Sie
war der einzige Mensch, der mir unerschrocken aufzeigte, was ich
mir da eigentlich antue. Ich machte durch mein Selbstzerstörendes
Verhalten große Schwierigkeiten. Meine Partnerin kam häufig
an ihre Grenzen des machbaren - weil ich mauerte und abschmetterte
- aber in ihrer Liebe zu mir riss sie mein selbstgebautes Bollwerk
immer wieder nieder.
Durch
ein paar dramatische aufeinanderfolgende Ereignisse wurde das
Chaos in mir fast unerträglich. Wir wussten, dass wir unter
diesen Bedingungen nicht zusammen bleiben konnten. Dadurch, dass
ich in einem gefühlsmäßigen Vakuum bin, haben
wir uns vorläufig getrennt, damit ich mir meiner Gefühle
auf neutralem Boden klar werden kann.
Deshalb
bin heute erstmals alleine - wirklich alleine - und ich merke,
dass ich dadurch eine reelle Chance habe, mich zu finden, mich
zu lieben - und dadurch auch einen anderen Menschen auch lieben
zu können.
Ja ich quälte mich so weil ich mich spüren wollte, ob
ich da bin, am Leben bin. Ich quälte mich so weil ich lieben
wollte, fühlen wollte. Ich hoffe, es fällt ab ...
...und dafür sind erste Schritte getan.
Jetzt,
wo ich alles erzählt habe, freue ich mich auf einen neuen
Horizont, auf meinen neuen Weg in Freude Licht und Harmonie mit
mir und allen, die mich so sehen können, wie ich wirklich
bin!

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